Abb. 2 SEM-Mikrographie der fadenförmigen Struktur der neuen Generation der SiAlON-Keramik, hergestellt von www.sialon.com und ihren Partnern.
Ein Beispiel für eine solche Struktur ist in Abb. 2 für hochdicht gesinterte Werkstücke dargestellt. An Stelle einer plattenförmigen Körnung, wie sie bei diesem Keramiktyp normalerweise zu finden ist, weist die neue SiAlON-Keramikstäbchen- oder fadenförmige β-SiAlON-Körner mit einem Durchmesser von 1 - 2 μm und einem Längenverhältnis von 6 bis 12 auf.
Eine Mikrostruktur dieses Typs sorgt für eine Kombination aus hoher Bruchfestigkeit und Härte (Tabelle I), wie man sie bei am Markt verfügbaren Materialien nicht findet. Die hohe Bruchfestigkeit und Härte lässt diesen Keramiktyp als für solche Anwendungen geeignet erscheinen, bei denen nur Metalle und Komposite eingesetzt werden.
Dies umfasst auch Schneidwerkzeuge zur Bearbeitung von Stahl und Nichteisenlegierungen, Maschinenbauteile und Komponenten für die metallschmelzende Industrie.
Tests haben gezeigt, dass dieser Keramiktyp exzellente Leistungen bei Schneidarbeiten an Gusseisen und Stahl zeigt, ferner als Ersatz für Tonerde-Schneidwerkzeuge mit dem weiteren Vorteil, dass es beim Hochgeschwindigkeits-schneiden eine bessere Reaktionsträgheit im Kontakt zu Eisen hat.
Denn neben der nicht hinreichenden Bruchfestigkeit und Härte klassischer Keramik aus Siliziumnitrid hat sich deren hohe Reaktivität mit dem Werkstück bei Schneidarbeiten als Hauptproblem der bereits existierenden siliziumnitrid-basierten Keramik erwiesen.
Der reaktionsgeförderte Verschleiß des Werkzeugs während der Stahlbearbeitung war das größte Hindernis für einer weitere Verbreitung von Siliziumnitrid als Werkzeugmaterial zur Bearbeitung von Stahl und Nichteisenlegierungen.